Designer

Die hier von A bis Z aufgelisteten Designschmieden machten die Marke Alfa Romeo zum Inbegriff automobilen Designs. Sie gaben den technischen Raffinessen eine 'optische Seele', die bis heute Alfisti rund um den Erdball begeistert. Der Begriff Karosseriebau umfasst sowohl die Konzeptionierung und Herstellung von ganzen Kutschen und Schlitten als auch die Produktion von Aufbauten für Automobile. Den Beruf des Automobildesigners sowie Studiengänge dazu gibt es erst seit den 1970er Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt stammten die Entwürfe für Karosserien, veraltet auch Carosserie oder englisch Carrossery geschrieben, von Stellmachern, Schmieden, Karosseriespenglern, Ingenieuren, Künstlern oder schlichtweg Autodidakten. Lange folgte die äußere Form der damals als Motorkutsche bezeichneten Fahrzeuge ihrer Funktion. Es handelte sich bei den ersten Automobilen im Grunde um Kutschen mit einem unbedeckten Motor sowie einer Drehschemellenkung für den Fahrer. So entwickelte sich beispielsweise aus dem vierrädrigen Landauer, einer an beiden Achsen gefederten, viersitzigen Kutsche mit vis-à-vis angeordneten Sitzbänken, das Landaulet. Ab circa 1910 änderte sich die Optik der Fahrzeuge. Verkleidete Motoren im Frontbereich und Bauformen wie der zweisitzige Phaeton sowie der doppelsitzige Doppelphaeton mit Blick in Fahrtrichtung setzten sich durch. Zunehmend wurde der Schutz der Passagiere vor Wind und Wetter mithilfe von Fenstern, Türen und Verdecken wichtig. Dennoch blieb das Autodesign eine Variante der Kutschengestaltung. Bevor die Massenproduktion von Automobilen einsetzte, waren für den Erwerb eines Fahrzeugs zwei Schritte nötig. Als Erstes musste sich der Käufer für einen Automobilhersteller entscheiden. Dieser lieferte lediglich das Chassis mit der Antriebstechnik und dem Motor. Der zweite Schritt beinhaltete die Auswahl eines Karosseriebauers, der einen Aufbau entwarf und handwerklich umsetzte. Nach Kundenwunsch fertigte er sowohl das Exterieur als auch das Interieur des Fahrzeugs inklusive der farblichen Gestaltung. Viele Skizzen entstanden im Maßstab 1:1. Die Entwürfe ließen sich nicht nur problemlos in Schablonen umsetzen, der Kunde erhielt zudem eine sehr plastische Vorstellung von seinem zukünftigen Fahrzeug. Bei diesem benutzerdefinierten Karosseriebau bestand für den Auftraggeber die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Karosseriebauer benötigten nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch ein gutes Auge für Proportionen, die Fähigkeit eigentlich unmögliche Forderungen der Kunden technisch umzusetzen sowie einen Blick fürs Detail. Sie waren nicht nur herausragende Handwerker und exzellente Techniker, sondern zudem echte Künstler. Es entstanden sowohl schlichte, zweckgebundene Automobile und hochelegante Ultra-Luxusfahrzeuge mit jeglichem damals möglichen Komfort als auch schnittige Sportwagen, jedes Modell mehr oder minder ein Unikat. Neben den Privatkunden orderten größere Händler bei den Karosserieschmieden Fahrzeuge für ihre Showräume, Hersteller ließen Kleinserien oder Rennwagen in den Karosseriewerkstätten bauen. Mit dem Aufkommen von selbsttragenden Karosserien, den Unibody-Konstruktionen, und der Massenproduktion ab Mitte des 20. Jahrhunderts ging die Nachfrage bei den Karosseriemanufakturen zurück. Es wurde immer schwieriger an Aufträge für Sonderaufbauten und Individualanfertigungen zu kommen. Hersteller richteten eigene Konstruktionsbüros ein. Zahlreiche Werkstätten mussten Insolvenz anmelden, verkauften an größere Betrieb oder Automobilhersteller beziehungsweise veränderten ihr Kerngeschäft, um zu überleben.