Alfa Romeo Alfasud

1972 - 1983

1971 stellt Alfa Romeo auf dem Turiner Autosalon den Alfasud vor, ein Fahrzeug der gehobenen Kompaktklasse. Entwickelt hatte das beliebte Modell Rudolph Hruska, designt wurde es von Giorgetto Giugiaro. Die Serienfertigung im neuen Alfa-Werk Pomigliano D’Arco (Neapel) begann 1972. Von der Limousine liefen bis zum Produktionsende 1983 fast 910.000 Fahrzeuge vom Band, vom Sprit-Coupé baute Alfa Romeo ohne den Zusatz Sud bis 1989 nochmals 121.434 Stück.

Auf großes Interesse stießen die technischen Neuerungen des Alfasuds. So besaß der Fronttriebler, ein Novum bei Alfa Romeo, einen wassergekühlten, längs eingebauten überhängenden 4-Zylinder-Boxermotor. Der Vorteil des flachen Boxers lag nicht nur im geringeren Platzbedarf, sondern auch bei dem niedrigen Schwerpunkt sowie der Laufruhe. Der Hubraum der Alfasud-Limousine bewegte sich zwischen 1,2 Liter bis 1,5 Liter, die Leistung variierte in Abhängigkeit vom Modell zwischen 63 PS und 84 PS. Anfangs stand der Alfasud lediglich als Viertürer zur Verfügung, insgesamt kamen elf Variationen der Limousine in den Handel. Bereits im Erscheinungsjahr ergänzte Alfa Romeo die Baureihe um den sportlichen, zweitürigen TI sowie das kompakte Quicksilver Coupé. 1975 folgte der Kombi Giardinetta, 1976 das 2+2-sitzige Coupé Sprint.

Böse Zungen behaupteten vom Alfasud, dass die Fahrzeuge bereits im Werk rosten. Alfa Romeo verwendete für das Kompaktfahrzeug billige Bleche aus Russland und schäumte die Hohlräume aus, statt sie zu versiegeln. Der PU-Schaum wies zwar den Vorteil einer zusätzlichen Dämmung auf, die Verbindung zwischen Schaum und Metall hielt jedoch nicht lange, sodass schnell Feuchtigkeit eindrang und die Bleche angriff. Im Gegensatz dazu waren Motor- und Antriebstechnik hervorragend und erfüllten höchste Qualitätsansprüchen.