Alfa Romeo Grand Prix

1914 - 1914

Um sich im internationalen Rennsport zu etablieren, kreierte Giuseppe Merosi den A.L.F.A 40/60 GP Grand Prix. Von dem Prototyp wurde nur ein einziges Fahrzeug gebaut. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung stammte der verwendete DOHC-Motor, 1914 ein absolutes Novum, nicht von Vittorio Jano, es handelt sich ebenfalls um eine Arbeit von Merosi. Bei diesem 4-Takt-Hubkolbenmotor sind die Ein- und Auslassventile sowie die Nockenwelle im Zylinderkopf angebracht. Die Steuerung erfolgt über Kipphebel und Stoßstangen. Neu war zudem der Einsatz von vier 90-Grad-Winkelventilen pro Zylinder sowie die Verwendung der Twin-Spark-Technik (zwei Zündkerzen pro Zylinder). Die Grundlage für die Entwicklung des DOHC-Motors hatte der Schweizer Ingenieur Ernest Henry, der für Peugeot forschte, gelegt. Allerdings ist die Geschichte des Motorbaus umstritten, denn es gab bereits andere Fahrzeuge mit obenliegender Nockenwelle, sodass nicht klar ist, ob A.L.F.A. oder ein anderer Hersteller den Motortyp zur serienreife führte. Sicher ist, dass der schicke Rennwagen mit seinem 4,5-Liter-Motor und den stolzen 90 PS bei 2.950 U/min aus unbekannten Gründen nicht, wie ursprünglich geplant, beim französischen Grand Prix zum Einsatz kam und 1921 modifiziert wurde. Eine nicht behebbare Undichtigkeit am Kühler verhinderte jedoch die Verwendung, der Grand Prix schrieb niemals Renngeschichte. Ab 1920 setzte Alfa Romeo die neuen Techniken aus dem Rennsport auch bei Straßenfahrzeugen ein, der 6C war der erste Alfa Romeo, der mit einem DOHC-Motor in den Handel kam.

Baureihe Alfa Romeo Grand Prix
1914 - 1914