Carrozzeria Ghia SpA

1921, Italien

Die heutige Carrozzeria Ghia SpA in Turin gründeten Giacinto Ghia (1887-1944) und sein Partner Gariglio unter dem Namen Carrozzeria Ghia & Gariglio 1915 (einige Quellen geben als Gründungsjahr 1921 an). Der Schwerpunkt lag damals auf der Produktion von Luxus- und Sportfahrzeugen. Bekannt wurde das Unternehmen mit dem Sieg eines aus Aluminium gefertigten Alfa Romeo 6C 1500 bei der Milli Miglia 1929. Zwischen den beiden Weltkriegen konstruierte Ghia Sonderaufbauten für die italienischen Automobilhersteller Alfa Romeo, Lancia und Fiat. Berühmtheit erlangte dabei der Fiat 508 Balilla Sport Coupé von 1933. Verantwortlich für die wachsenden Erfolge war jedoch vor allem die Initiierung und die Entwicklung der sogenannten italienischen Linie. 1944 zerstörte ein Luftangriff die Anlage der Carrozzeria Ghia mit allen Werkzeugen. Ghia verkraftete den Verlust nicht, bekam einen Herzinfarkt und starb kurz danach. Das Unternehmen wurde an Giorgio Alberti und Mario Boano verkauft, den Ghia kurz vor seinem Tod als Nachfolger bestimmt hatte.

Unter der Betriebsführung von Luigi Segre entwickelte die Karosserieschmiede einige Fiat- und Lancia Aurelia-Prototypen sowie ein Sondermodell des Simca-Abarth. Zudem entstand eine Serie auf der Basis von Bentley, Talbot und Delahaye. Ausländische Unternehmen wie Volvo, Ford oder Volkswagen gaben Konstruktionen in Auftrag. 1952 entwarfen die Designer der Carrozzeria Ghia einen Prototyp des Alfa Romeo Giulietta Sprint, den Bertone zwei Jahre später fertigstellte. In den Folgejahren arbeitete das Unternehmen für zahlreiche Automobilhersteller wie Chrysler, Jaguar und Aston Martin.

In den frühen 1960er Jahren nahm die Carrozzeria Ghia die Ausmaße einer Großindustrie an. Die Aktivitäten beschränkten sich nun nicht mehr auf den reinen Karosseriebau, sondern umfassten zudem den Entwurf von im wahrsten Sinne des Wortes Traumautos, die Herstellung von Spezialfahrzeugen sowie das Design von Serienfahrzeugen. Nach dem Tod Segres 1963 erwarb 1966 Ramfis Trujillo die Firma. Er verkaufte das Unternehmen bereits 1967 an den amerikanischen Automobilhersteller Rowan Controller. 1970 erwarb Ford von Rowan 80 Prozent der Anteil, 20 Prozent gingen an Alejandro De Tomaso, der nach lediglich zwei Jahren seinen Anteil an Ford weiterveräußerte. Seit dieser Zeit beschäftigt sich die Carrozzeria Ghia fast ausschließlich mit Designstudien für Ford.

Carrozzeria Ghia SpA

6C 2500 Sport

1947 Alfa Romeo 6C 2500 Sport Ghia