Ghia SA - Aigle

1948 - 1957, Schweiz

Im schweizerischen Aigle gründete der aus Turin stammende Arzt Dr. Pierre-Paul Filippi im Jahr 1948 seine Carrosserie Ghia SA. Ursprünglich entstand das Unternehmen als Tochtergesellschaft der Carrozzeria Ghia SpA, ein auf Designstudien und Prototypen für Kraftfahrzeuge spezialisiertes italienisches Designbüro in Turin. 1953 wurde die Produktionsgesellschaft in der Schweiz selbstständig und nahm ihren Sitz bis 1958 in Lugano, dann zog sie nach Aigle zurück.

Bekannte Designer wie Mario Boano, Giovanni Michelotti (1921-1980) und Pietro Frua (1913-1983) arbeiteten für die Karosseriewerkstatt. Boano führte von 1944 bis 1953 die Carrozzeria Ghia in Italien, Pietro Frua erlernte sein Handwerk bei dem Karosseriebauunternehmen Stabilimenti Farina und war eng mit dem Designer Giovanni Michelotti befreundet. Fruas elegante Modelle der 1960er Jahre hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Automobildesigns.

Die Basis für die in der Schweiz entworfenen Automobile lieferten namhafte Automobilhersteller wie Delahaye, VW, Fiat, Chevrolet, Porsche, Jaguar, Ferrari und Alfa Romeo. Bis ins Jahr 1958 baute die Carosserie Ghia circa 80 Coupés und Cabriolets. Danach änderte sie ihr Konzept und spezialisierte sich auf Hardtops und Nutzfahrzeuge sowie die Reparatur von Unfallwagen. 1981 wurde das Unternehmen liquidiert, 1999 schloss es nach mehrfachem Eigentümer- und Namenswechsel endgültig die Pforten. Von der Carosserie Ghia Aigle stammen unter anderem der Alfa Romeo 1900 SS Coupé und der Spider, der Lotus Eleven Spider sowie das Coupé, das Chevrolet Corvette Coupé und der Porsche 356 B Coupé.