Scheiwiller Josef

1946, Schweiz

Nachdem Josef Scheiwiller 1928 seine Ausbildung zum Karosseriespengler abgeschlossen hatte, eröffnete er in Zürich eine Kfz-Werkstatt. Schnell galt der Name Scheiwiller als zuverlässige Adresse für besondere Wünsche. Seinen guten Ruf erwarb sich der Spengler unter anderem durch seine Kofferaufbauten. Die damaligen Automobile besaßen noch keinen Kofferraum, sodass für den Transport von Reisegepäck und Ähnlichem ein am Heck angebrachter Metallkasten nötig war. Scheiwillers Konstruktionen passten sich harmonisch der jeweiligen Fahrzeugform an und störten deren Optik nicht.

Zu den ersten Karosserien aus dem Hause Scheiwiller gehörte ein Packard Kombi. Der Spengler baute ihn auf Wunsch des Unispitals Zürich mithilfe einer Heckerweiterung zu einem Krankentransporter um. Das Kerngeschäft blieb jedoch die Reparatur von Fahrzeugen, wenn auch die Leidenschaft Scheiwillers dem Karosseriebau galt. Vor dem Zweiten Weltkrieg konstruierte der Spengler einen Sportwagen, der acht seitliche Lüftungsschlitze besaß und deshalb den Namen Saxophon trug. Das spektakuläre Fahrzeug entstand auf dem Chassis eines Alfa Romeo Typ 8. Ab circa 1946 konstruierte Scheiwiller Rennwagen für Alfa Romeo.

Was bis zur Übernahme der Geschäftsführung von Scheiwillers Sohn René geschah, also in der Zeit zwischen 1946 und 1985, ließ sich nicht erkunden. Sicher ist, dass mit dem Tod Scheiwillers die Geschichte des Karosseriebaus bei dem Unternehmen endete. Die Werkstatt spezialisierte sich auf die Beseitigung von Unfallschäden inklusive Lackarbeiten. Inzwischen ist die Spenglerei eine AG, welche die Familie in dritter Generation führt.