Tüscher

1917, Schweiz

Die Geschichte der heutigen Carosserie Tüscher AG begann 1917, als die Gebrüder Tüscher in Zürich ihre Karosserieschmiede eröffneten. Der Handwerksbetrieb zeichnete sich stets durch qualitativ besonders hochwertige Arbeiten aus. Die schönen Aufbauten der Brüder entstanden auf Basis von Fahrgestellen namhafter Hersteller wie beispielsweise Delahaye, Plymouth und SS Jaguar. Für Alf Romeo konstruierten die Tüschers in den Vorkriegsjahren zwei Modelle. Sie blieben erhalten und besitzen heute einen hohen Sammlerwert.

Der erste Auftrag der jungen Karosserieschmiede im Jahr 1921 war kein Pkw-Aufbau, sondern die Konstruktion von Karosserien für Schweizer Postbusse. 1930 folgten Karosserien für die Verkehrsbetriebe Zürich. Erst als der Schweizer Bundesrat 1932 eine 40-prozentige Senkung der Importzölle für im Land gebaute Personenkraftwagen verfügte, erstellte die Carosserie Tüscher eigene Pkw-Aufbauten. Zeitgleich begann die Zusammenarbeit mit dem Chrysler-Importeuer AMAG.

In den Jahren 1933 bis 1939 entstanden mehr als 210 Fahrzeuge in der Produktionshalle der Firma. Unter anderem konstruierten die Karosseriebauer dort Aufbauten für den 1938er 6C 2500, den Alfa Romeo in seiner letzten Ausbaustufe präsentierte. 1939 lieferte Alfa Romeo ein 6C 2500er-Fahrgestell an einen Herrn Direktor Weber. Die Karosserie für das schnörkellose, schlichte und dabei doch so elegante Cabriolet stammte aus dem Hause Tüscher. Konstruiert hatte den Aufbau in Superleggera-Bauweise (vermutlich) Hans Dinkel. Dieser Wagen ist insofern bemerkenswert, da es sich wahrscheinlich um den ältesten, noch erhaltenen Tüscher-Alfa Romeo handelt.

Was in der Zeit von 1939 bis 1982 in dem Unternehmen geschah, ließ sich nicht eruieren. Ab 1982 arbeitete die Carosserie Tüscher verstärkt mit der Carosserie Hess zusammen. Der Schwerpunkt lag nun auf Buskarosserien aus Aluminium. Im April 1984 verkaufte Adi Tüscher seine Firma an die Carosserie Hess. Hess wandelte das Traditionsunternehmen, nun eine 100-prozentige Tochter der Carosserie Hess, in die Carosserie Tüscher AG um. Heute repariert die ehemalige Karosserieschmiede Nutzfahrzeuge und beschäftigt sich mit Sonderaufbauten für Schul- und VIP-Busse.

Tüscher

6C 2500 Turismo

1939 Alfa Romeo 6C 2500 Cabriolet Tüscher