Alfa Romeo GTA

1965 - 1975

Alfa Romeo GTA

Beim Alfa Romeo GTA handelt es sich um einen Sportwagen, den der italienische Automobilhersteller in der Zeit von 1965 bis 1975 produzierte. GTA steht für Gran Turismo Alleggerita, erleichtert, als Bezeichnung für einen konsequenten Leichtbau. In den Handel kam das Fahrzeug in den Versionen Giulia Sprint GTA sowie GTA 1300 Junior. Für sportliche Einsätze stellte Alfa Romeo circa 1.000 Exemplare her. Die von Autodelta stammende Rennversion des GTA Junior wog aufgrund der verwendeten Aluminiumlegierungen sowie der spartanischen Inneneinrichtung um circa 200 Kilogramm weniger als die Serienmodelle. Für die sichtbaren Karosseriebleche setzte der Automobilhersteller bei beiden Versionen Peraluman ein. Die Rennen bestritt der GTA nicht als Alfa Romeo, sondern unter dem Label Autodelta. Auch in den Fahrzeugpapieren stand statt des Herstellers das Tuningunternehmen.

Modellgeschichte

Das Ursprungsmodell des GTA Junior stammte von Bertone. Der geniale Designer entwarf 1960 die Linie für die Giulia Sprint. Die Giulia GT stellte Alfa Romeo 1963 auf dem Werksgelände in Arese vor. 1965 folgte die Giulia Sprint GTA als Homologationsmodell. 1968 kam die erste Version des GTA Junior auf den Markt. Der kleine Bruder des Sprint GTA war mit einem 1,3-Liter-Motor mit 96 PS ausgestattet. Autodelta bohrte die Maschine für Rennen auf 180 PS auf. Bis 1975 fertigte Alfa Romeo vom GTA Junior als Kleinserie 493 Fahrzeuge, 300 Stück davon in der Rennversion.

Technische Daten

Sowohl die Giulia GTA 1300 Junior als auch die Rennversion Giulia GTA 1300 stattete Alfa Romeo mit einem Vierzylinderreihenmotor mit zwei oben liegenden Nockenwellen aus. Die Straßenversion leistete 96 PS bei 6000 1/min, für die Rennversion holte Autodelta aus der 1,3-Liter-Maschine 180 PS bei 9300 1/min heraus. Statt zwei Ventilen pro Zylinder erhielt der Rennmotor vier Ventile pro Zylinder. Die Verdichtung veränderte der Tuner von 9,7:1 auf 11,0:1. Beide Modelle besaßen ein modernes 5-Gang-Getriebe, Scheibenbremsen vorne und hinten, Einzelradaufhängung mit Stabilisatoren und Schraubenfedern an den Querlenkern vorne sowie eine von Längslenkern geführte Starrachse mit Schraubenfedern hinten. Typisch für Alfa Romeo war die Verwendung eines Reaktionsdreiecks zur Führung der Hinterachse sowie zur Aufnahme der Brems- und Beschleunigungskräfte. Die 920 Kilogramm schwere Straßenversion des GTA Junior erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h. Mit seinen 760 Kilogramm brachte es der kleine Rennwagen auf 210 km/h.

Giftzwerg auf vier Rädern, der GTA Junior

Sowohl im Rennsport als auch im Straßenverkehr bewährte sich der GTA Junior. Allerdings war der kleine Giftzwerg mit seiner starren Hinterachse nicht einfach zu fahren. In den Kurven neigte der Wagen zum Ausbrechen. Wer sich das Sportmodell für den Straßenverkehr anschaffte, musste auf einige Innenausstattungen der größeren Geschwister verzichten. Zudem standen die Pedale eng zusammen, das Getriebe beinhaltete eine Sperrsynchronisation nach Porsche-Patent. Autobild schrieb in einem Artikel von 08. Januar 2011 sinngemäß, dass das Getriebe zu einer Lehrstunde in angewandtem Maschinenbau führe. Es gäbe kein anderes Getriebe, bei dem sich die Funktionsweisen von Synchronringen, Verzahnungen, Sperrbändern und Schaltmuffen so deutlich mit den Nerven im Handgelenk erfassen ließen. Im Motorsport lehrte die kleine Maschine die Konkurrenz das Fürchten. Wie die gesamte GTA-Serie bewies auch der GTA Junior in seiner Klasse, dass Alfa Romeo herausragende Rennfahrzeuge produziert. Bis 1979 beherrschte die GTA-Serie des italienischen Automobilherstellers das Renngeschehen. 1968 siegte Damseaux-Berger mit einem GTA Junior beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. Bei den Tourenwagen-Europameisterschaften 1972 holte sich das Werksteam mit einem GTA Junior den Titel.

Alle Modelle der Baureihe